Der Vorstand der Dorfgemeinschaft hatte im März beschlossen, das traditionelle Fest nur noch einmal zu veranstalten. Grund für das Ende: schrumpfende Besucher- und Helferzahlen. “Das rechnete sich nicht mehr”, sagen die Macher.

Die Entscheidung hatte sich die Dorfgemeinschaft Biesenbach nicht leicht gemacht: “Es ist ein schwieriger Schritt, das muss man sagen”, betonte Schriftführer Udo Kreie. Die Gemeinschaft feierte am Wochenende ihr letztes Dorffest. Den Beschluss, die Veranstaltung in Zukunft nicht mehr zu organisieren, war im März innerhalb des Vorstands gefällt worden. “Zum einen liegt es daran, dass wir immer weniger Helfer haben”, erläuterte Kreie. “Das lässt sich einfach nicht mehr stemmen, wenn die Last auf so wenigen Schultern liegt.” Dieses Mal waren es nur rund 15 Biesenbacher, die aktiv mithalfen.
“Damals waren es oft 70 bis 80”, erzählte der Schriftführer aus längst vergangenen Zeiten, als auch aus dem Umland von Leverkusen Gäste ins urige Biesenbach strömten. Zum anderen kämen immer weniger Besucher, da jedes Wochenende andere große Veranstaltungen stattfänden. “Es ist wirtschaftlich einfach nicht mehr sinnvoll. Natürlich ist es schade, weil das Dorffest seit 1957 gefeiert wird und damit eine lange Tradition hat, aber man muss das Ganze auch realistisch sehen”, bekräftigte Kreie.

Seit 2002 waren die Beteiligung und das Interesse immer weiter gesunken. Die anderen Aktionen der Dorfgemeinschaft wie die Nikolausfeiern, St.-Martins-Feste und Wandertage werden aber weitergeführt. “Wir bleiben ab sofort also unter uns und ziehen uns aus der Öffentlichkeit zurück”, fasste Vorsitzender Harald Manz zusammen. Zum Abschluss am Samstag hatte sich die Gemeinschaft noch einmal etwas mehr gegönnt: Das Zelt war eine Nummer größer, und zur Unterhaltung spielte die Band “Stiller Hans”, die deutsches Liedgut aus den 80er Jahren coverte. Der Festumzug durch die Ortschaft fiel durch das schlechte Wetter bedingt dafür ein wenig kleiner aus.

Am Nachmittag stand das Ausschießen der neuen Dorfmajestäten an. Nachdem es im vergangenen Jahr keine Anwärter auf den Titel gegeben hatte, kämpften dieses Mal fünf ehemalige Könige am Schießstand um die Kaiserwürde. Klaus Steltzmann sicherte sie sich schließlich mit dem 161. Schuss.
Mit der Abschaffung des Festes entfällt zukünftig das Ausschießen. “Der König bzw. Kaiser hatte unter anderem immer die Aufgabe, neue Impulse zu geben und für die aktive Mithilfe zu werben”, erläuterte Markus Heisig, der zuletzt Kaiser war. “Das fehlt dann natürlich schon.” Es sei bedauerlich, dass die Resonanz von Jahr zu Jahr geschrumpft sei. “Die anderen Veranstaltungen der Dorfgemeinschaft werden zwar weitergeführt, das Fest war aber immer das Kernelement”, sagte Heisig.

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Artikel von Julia Bertenburg, Fotos Uwe Miserius, mit freundlicher Genehmigung der Rheinischen Post