Es war der Wiembach, der am Mittwoch in Opladen einige Stunden vor der Wupper über die Ufer getreten war und dort die Umgebung der Ruhlach und Bielert und die Straßen überschwemmt hatte. Weiter oben am Lauf des Bachs sieht man, welche Kräfte das Wasser entwickelt hatte, als es am Mittwoch etwa ab dem Vormittag langsam zur Bedrohung für die Anwohner wurde.
Auf dem Gelände von Gut Ophoven hob der Bach eine Holzbrücke aus den Lagern, die nur einen kleinen Graben des Wiembachs überspannt hatte. Die liegt jetzt, um vielleicht 30 Meter verschoben, auf einer Wiese. Schlechte Nachricht fürs Freibad in der Talstraße: Die Holzbrücke, über die man aus Quettingen schnell zu Fuß zum Schwimmbad gelangt, ist einsturzgefährdet. Die Lager sind unterspült.
Eine weitere Verbindung ist unterbrochen: Die Neukronenberger Straße zwischen Quettingen und Biesenbach. Dort gibt es eine Überfahrt, der Wiembach läuft durch ein großes Rohr unter der Straße. Hier hat das Wasser den Asphalt der Straße abgeschält, den Untergrund zerwühlt und eine Straßenlaterne und Bäume umgelegt. Viele der Bäume, die am Ufer gestanden haben, sind vom Druck des hohen, schnell fließenden Wassers umgelegt worden.

Wiesen und Wäldchen geflutet
In Biesenbach hat der Wiembach die ganze Bachaue eingenommen. Wiesen und kleine Wäldchen sind überspült worden, die Aue ist nicht bebaut, außer an der denkmalgeschützten Biesenbacher Mühle. Die Häuser bekamen auch einiges an Wasser ab, einige Gärten sind verwüstet. Etwas direkt unterhalb der Ortschaft verlief der noch relativ neue Radweg. Bäume liegen kreuz und quer, der Bach hat viel Erde unter dem Weg ausgespült. Der Asphalt ist abgebrochen, im Radweg verläuft der Abwasserkanal, der jetzt teils frei liegt. Der Radweg sei viel von den Schülern benutzt worden, die aus weiten Teilen Lützenkirchens zum Werner-Heisenberg-Gymnasiums fahren. In der Nähe hat der Bach eine alte Schutthalde und ehemalige Mühlenbauwerke aus Beton freigespült. Von einem ehemals schönen Garten an der Lehner Mühle ist nicht viel übrig. Die Kapellenstraße in Lützenkirchen ist am Mittwoch überspült worden, die Brücke hat dem Druck standgehalten. An den Tennisplätzen des Vereins Schwarz Rot Lützenkirchen fehlt das nächste Fußgängerbrückchen, das für die Passage zwischen dem Vereinsheim und den Plätzen dringend gebraucht wird. Es wurde weggerissen.

Eine Herde Schafe, die am Mittwoch in der Bachaue gegrast hat, konnte gerade noch rechtzeitig auf eine höhere Weide getrieben werden, sagte der Bauer.
Überall räumen Leute auf, wischen und reparieren ihre Dinge. Mancher wirkt etwas bedrückt, aber das ist vielleicht auch kein Wunder angesichts der übermächtigen Kräfte, denen sich die meisten Bewohner im Tal zum ersten Mal im Leben ausgesetzt sahen.

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Artikel und Fotos von Ralph Krieger, mit freundlicher Genehmigung der Kölnische Rundschau