Fast ein Dreivierteljahr nach der Juli-Flut sind die Spuren der Zerstörung auf manchen Wegen noch deutlich sichtbar. Besonders betroffen ist Opladen. Nahezu eine dreiviertel Million Euro muss die Leverkusener Verwaltung stadtweit in die Sanierung von Rad- und Fußwegen stecken.
Es ist eines der letzten Projekte auf der Liste der Wegesanierungen nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021. „Dabei hätte es eines der ersten sein müssen“, sagt ein Opladener, der regelmäßig mit seinem Hund auf dem Fußweg ab dem Imbacher Weg Richtung Bergisch Neukirchen unterwegs ist. Die Strecke ist von der Juli-Flut stark in Mitleidenschaft gezogen worden, Teile des Weges sind weggespült, haben tiefe Furchen und große Schlaglöcher hinterlassen. Unterhalb von Café Flocke in Imbach, wo der Weg startet, steht eine rot-weiße Absperrung, allerdings zur Seite geschoben. Auch die am unteren Wegeinstieg steht nur am Rand.

Der Weg mit kleinen Verbindungen zu Siedlungen in Bergisch Neukirchen, wie etwa Am Plattenbusch, ist stark frequentiert: Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. „Und Schulkinder“, erzählt der Opladener. „Weil es am Imbacher Weg keinen Bürgersteig gibt, nutzen viele Kinder und Jugendliche den Weg als Ersatz. Aber der ist durch die Flut selbst zur Gefahr geworden bei den markanten Schäden. Wer da in der Dunkelheit beziehungsweise Dämmerung den Schulweg angetreten hat, der brauchte schon eine gute Taschenlampe und enorme Trittsicherheit“, moniert der Senior.
Der Fußweg, sagen Stadt und städtische Technische Betriebe (TBL) ist Bestandteil des Projektes „Sanierung von Rad- und Gehwegen im Stadtgebiet Leverkusen nach Juli-Flut 2021“, „das per Vergabebeschluss in der Verwaltungsratssitzung der TBL am 15. März zur Entscheidung vorgelegt wird“. Der Fußweg soll in wassergebundener Bauweise wiederhergestellt werden, berichtet Stadtsprecherin Julia Trick. Heißt konkret: obere durchwachsene Schicht abtragen, Seitenbankette abschieben und anarbeiten, die vorhandene Tragschicht auflockern, profilieren und verdichten. „Das neue Deckschichtmaterial wird dann abschließend eingebaut und verdichtet“, ergänzt die Sprecherin. Die TBL gehen von Kosten von rund 40.000 Euro aus.
Es ist nicht das teuerste der Wegesanierungsprojekte, die die TBL nach der Flut abzuarbeiten hatten und haben. Sie nennen diese Kosten:

  • Manfort: Bismarckstraße, Geh- und Radweg unter Autobahnbrücke A3 – 135.000 Euro
  • Opladen: Gerhard-Hauptmann Str./Düsseldorfer Straße – 1500 Euro
  • Steinbüchel: An der Lichtenburg – 47.000 Euro
  • Rheindorf-Butterheide: Geh- und Radweg entlang der Bahn nach Reuschenberg – 11.000 Euro
  • Opladen: Bielertstraße/Wiembachallee – 3000 Euro
  • Biesenbach: Geh- und Radweg entlang Wiembach – circa 300.000 Euro
  • Opladen: Rat-Deycks-Straße – 750 Euro
  • Opladen: Kämper Weg zwischen den Brücken Raoul-Wallenberg-Str. und A3 – 50.000 Euro
  • Opladen: Wupperbogen – Weg ab alter Bahnübergang Ruhlach parallel/beidseitig DB-Strecke – 110.000 Euro. Macht insgesamt rund 700.000 Euro.

Biesenbach, Wupperbogen und der Fußweg parallel zum Imbacher Weg sind laut Stadt die letzten Strecken, die die TBL innerhalb des Projekt noch parat machen müssen. Ist das erledigt, „wären die durch die Flut verursachten Schäden im Zuständigkeitsbereich der Straßenunterhaltung der TBL beseitigt worden“, sagt Trick.
Offen ist dann allerdings doch noch etwas: „Die Maßnahme Wiederherstellung Böschung Biesenbach und der Brücke über den Wiembach Richtung Schule fällt nicht in den Zuständigkeitsbereich der Straßenunterhaltung, sondern in den Bereich der Brückenbauunterhaltung“, merkt Julia Trick an: „Der Baubeginn dieser Maßnahme ist frühestens für das 3. Quartal vorgesehen.“

Link Originalartikel
Artikel von Ludmilla Hauser, Fotos von Uwe Miserius  – mit freundlicher Genehmigung der Rheinischen Post